Die Kostbarkeit der Wüste oder die Stille und der Terror

Die Stille öffnet einen inneren Raum von Frieden. Mitten in den Dünen haben wir unser Lager aufgeschlagen. Es ist Mittagszeit und die Visionssuchenden sind draußen in der Wüste. Diesmal sind wir zwei Wochen unterwegs und nach intensiver Vorbereitung ist jeder Teilnehmende für 3 Tage und Nächte alleine an einem, selbst gewählten Platz. Dort sucht er nach Einkehr, tiefer Begegnung mit sich selber, Verbundenheit mit der Wüste, Gespräch mit Gott, Antwort auf existenzielle Lebensfragen.

Mohammed kommt mit den Kamelen vom Brunnen zurück. Nacer hat Maghreb zubereitet, ein schmackhaftes Gemüse, das mit frisch gebackenem Fladenbrot gereicht wird. Ein seltsamer, nicht greifbarer Schatten hat sich über uns gelegt. Die Fröhlichkeit, die in den alltäglichen Verrichtungen und Begegnungen liegt, ist verschwunden. Dann zerreißt ein ungewöhnliches Geräusch die mittägliche Stille. Ein Nachrichtensprecher verkündet von den Anschlägen in Paris. Mohammed hat sein Handy zu einem Radio umfunktioniert. Es hängt am Busch, neben der Suppenkelle, wo die Küche aufgebaut ist und teilt uns die aktuellen Nachrichten mit. Nacer verteilt das Essen, während ihm die Tränen die Wangen herunter laufen. Wir sind betroffen und wie erstarrt. Keiner kann es fassen. Still gehen wir in unseren Nachmittag.

Am abendlichen Feuer finden wir unsere Sprache wieder und die drei singen die uralten, epischen Gesänge, in denen sie ihre Liebe zu Allah ausdrücken. Heute sind Verzweiflung und Schmerz deutlich in ihren Stimmen zu hören. Gleichzeitig trägt sie ein uralter Rhythmus von Vertrauen. Tränen verdünnen den Tee. Während ich versuche Informationen zu bekommen, sind sie bereit zu fühlen. Das tiefe innere Wissen, das wir alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind, ist Teil ihres Seins. Die Wüste als Lebensraum lehrt sie täglich, das nichts selbstverständlich ist und wir Teil eines größeren Kreislaufes sind. Der Brunnen den Mohammed aufsuchen wollte ist ausgetrocknet. und so muss er weit gehen um die Kamele zu tränken. Die Veränderung der Welt ist tägliche Realität. In der Krise, die sich seit Jahren zuspitzt, erlebe ich eine Verbundenheit, die tief in ihren Zellen zu hause zu sein scheint. Es gibt eine natürliche Bereitschaft die Erfahrungen des Lebens zu fühlen und mit dem Körper zu durchdringen. Da wo ich oft verleugne und abspalte, um die Empörung, Wut, Schmerz und Hilflosigkeit nicht in meinem Leben zu haben, erfahre ich mit diesen Menschen eine schutzlose Hingabe an die Gegenwart. In der Verbindung mit der Wüste, dem grenzenlosen Raum der Stille, dem täglichen Leben mit den Ressourcen, die da sind, wird mir bewusst, wie oft ich mich trenne und das dies Teil meiner Urwunde ist. Unter dem weiten Himmel, im Schutzraum der Karawane, den Sand unter unseren Füßen, heilt ein wenig dieses Abgetrenntseins. Das ist eine der Kostbarkeiten dieser Wüstenzeit. Wir kehren mit wachsenden inneren Frieden in unseren Alltag zurück.

Zu Hause fragen mich viele Menschen, ob ich denn keine Angst habe, jetzt in die Wüste zu fahren. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Für mich ist es, gerade heute in der aktuelle Krise, einer der sichersten Orte. Hier wächst mein Vertrauen in das Leben und die Verbundenheit mit der Schöpfung. Ich werde erinnert das Berührbarkeit und Hingabe wesentliche Quellen meiner Kraft sind, in einer Zeit, in der sich äußere Sicherheit und Strukturen immer mehr auflösen und die Herausforderungen täglich zu wachsen scheinen.

Wer dies erleben möchte und bereit ist, die Kostbarkeit der Wüste zu schmecken, ist herzlich eingeladen zu den nächsten Wüstenreisen.

Vom 19. – 26. März und 15. -22. Oktober finden die nächsten Wüstenreisen statt. Vom 5. – 19. November gehen wir in der Sahara auf Visionssuche. Anmeldung unter www.wegezumwesentlichen.de

Begegnung

Dieser Moment, wenn sich unsere Augen begegnen und sich das Sehen auf das Du ausrichtet.

Was wird dann möglich?

Die Unsicherheit gesehen zu werden, bin ich bereit?

Und während etwas in mir fragt, ist die Reise schon weitergegangen und mein Ich beginnt Facetten zu entdecken, Schattierungen, Einzelheiten.

Die Kontrolle versucht mich zurück zu halten. Sie ruft mir Warnungen zu.

Die Hingabe ist schon in den Fluss gesprungen und ich erlaube mir dich zu sehen.

In deinem Einlassen auf diesen Moment werde ich sichtbar und der Raum des Schauens öffnet sich.

Weiche Klarheit, die Schönheit einem Du zu begegnen.

Schleier um Schleier fällt. Mein Ich wird nackt, entblößt. Meine Angst schreit.

Das Schauen übernimmt die Führung und Atemzug für Atemzug sinke ich tiefer, gehalten von unseren Augen, die einander nicht loslassen.

Bin ich schön genug? Bin ich offen genug?

Und während diese Fragen wie ein Windhauch durch mich hindurch ziehen, wächst unaufhörlich unsere Verbindung. Ich sehe das Kind, deinen Schmerz, deine Sehnsucht, dein Wirken in der Welt. Deine Augen erzählen mir deine Lebensgeschichte, ohne das ein Wort gesprochen ist.

Einander halten.

Der Tanz von Ich und Du.

Innehalten.

Gehen wir weiter? Und mit der Entscheidung, die wir blitzschnell treffen, versinken wir tiefer in einen Rausch, der uns für immer verändert.

Und mein Herz wird so groß und weit, als habe die ganze Welt darin Platz.

Nachlese zum Seminar „ Integrale Beziehungen“, 23./24.5.2015 in München

Die Welt der Gefühle- Angst

Seit Anfang des Jahres beschäftigt mich zunehmend die Welt der Gefühle. Es begann damit, dass mir bewusst wurde, wie stark das Verbot in mir war, Angst zu haben. Ich lernte früh mutig zu sein, was bedeutete Angst zu unterdrücken, nicht wahrzunehmen und über innere Grenzen zu gehen.

Wie fühlt sich Leben an, wenn ich mir erlaube Angst wahrzunehmen und da sein zu lassen?

Meine Forschungsreise begann.

Angst als Phänomen war mir bei den Wüstenreisen oft begegnet. Die Angst draußen zu schlafen, Angst vor Skorpionen und Schlangen. Dahinter die Angst mich in neue ungewohnte Situation zu begeben. Angst vor der Veränderung. Und immer wieder ein ungeschriebenes Gesetz, das auf dem Bewusstseinsweg Angst nicht sein dürfe. Woher kommt das?

Wie oft denke ich Angst und wann fühle ich sie wirklich? Manchmal ist da ein Beben, ein stilles zittern in mir. Manchmal fühle ich mich gelähmt und bewegungslos. Manchmal flüchte ich in die Sucht. Schaue mir zu, wie ich eine Tafel Schokolade in mich hinein stopfe und mein Magen ist erstaunt und verärgert, mit wie wenig Genuss das geschieht.

All diese verschiedenen Gesichter und Gestalten, in denen sie mir begegnet. Wie erfinderisch und kreativ sie ist.

Mit dem Lernen die Angst zu spüren und zu zulassen, öffnen sich Räume von Empfindsamkeit. Auch hier gab es Verbote. Empfindsam und empfindlich sein, ist tief abgewertet in meinem Ursprungssystem. Die Angst führte mich in differenziertere Ebenen.

Es war als würde diese Seite meines Fühlens neu gestimmt.

Manchmal wache ich morgens auf und dann sitzt die Angst neben mir und wartet auf meine Aufmerksamkeit. Nehme ich mir keinen Raum sucht sie sich blitzschnell einen Ort in meinem Körper, wo sie dann den Tag über hockt und auf einen freien Moment wartet.

Mit der Angst als Gefährtin öffnen sich auch Türen in ein vibrierend, lebendiges Sein.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitzt die Angst lächelnd neben mir. Sie ermutigt mich zu den nächsten Schritte tieferer Hingabe an das Leben.

Sie gehört zu mir, so wie dieser Körper, mit dem ich unterwegs bin. Sie ist Teil meiner Geschichte und wird es bleiben. Ich lerne mit ihr zu atmen, zu horchen, zu schauen. Und mein Staunen wächst. Staunen über die Fülle der Erfahrungen, die mir das Leben immer wieder schenkt. Danke.

Und dann springt ein Eichhörnchen an mir vorbei, hält inne, wendet sich und schaut mich an. Und in einer blitzschnelle Bewegung beginnt mein Herz zu singen. Und in diesem Gesang höre ich ein Duo von Freude und Angst.

Das Glück

Am 1.1. folge ich den Sonnenstrahlen und finde meinen Weg durch das verschneite Pasing bis zum Segafredo im Bahnhof. Wieder bin ich zwiespältig in mir. Wieviel Disziplin und wieviel Lassen schenke ich diesen Tagen? Wo setzte ich Impulse und wo folge ich dem Fluss der Dinge? Der Duft des frischen Kafees steigt in meine Nase und ich spüre den einsamen Stunden hinterher und dem scheuen Teil, der sich so wenig zeigen möchte. Dem Teil in mir der unsichtbar bleiben möchte und keine eigene Sprache hat. Und während ich darüber sinniere und durch die Glasscheibe den Reisenden zuschaue, setzt sich das Glück neben mich auf den freien Barhocker. Voller Zärtlichkeit strahlt es mich an. Ich kann es kaum fassen und zwei Tränen rollen über meine Wangen und nässen meinen dicken Walkpullover. Das Glück sitzt einfach da. Es nimmt mich bei der Hand und lächelt mir zu.

Ich wünsche dir und mir in diesem Jahr 2015 die kleinen Momente, an denen das Glück in unserem Leben Platz nimmt.

Von Herzen

Claudia

 

Zufriedenheit – dem Frieden Raum geben

Heute Morgen sitze ich an meinem Schreibtisch und spüre mich in die kommenden Tage hinein. Da gibt es ein Drängen, das mir sagt was es alles zu tun gibt. Gleichzeitig ist da ein Raum, der zufrieden ist und auf all das schaut, was da ist. Und ich treffe die Entscheidung der zufriedenen Seite in mir Raum zu geben, ohne die Unruhe zu verdrängen. Welch eine Wonne mich entscheiden zu können und dies zu tun. Oft neige ich dazu mich in dem Hin und Her von unterschiedlichen Gefühlen zu verlieren. Heute setze ich eine Absicht und entscheide mich und damit entsteht Frieden in mir.

 

 

 

 

 

Dem Verborgenen Geborgenheit geben

Das Licht ist so kostbar geworden, wie der Frieden und die Momente in denen die Sonnenstrahlen unsere Haut wärmen sind selten. Eine Zeit sich dem Verborgenen in dir zu zuwenden.

Am Montag Abend bin ich beim interreligiösen Friedensgebet der Muslime, Juden und Christen inmitten der Fussgängerzone von München. Dienstag werden in Jersualem betende Menschen angegriffen. Erst später erfahre ich von der Ermordung des palästinensichen Busfahrers. Die Lage direkt in Jerusalem scheint eine andere zu sein, als was die Berichterstattung in deutschen Medien wiedergibt. Menschen, die vor Ort leben berichten davon, das bei Übergriffen von Juden gegen Palästinensern die Polizei nicht eingreift. Wo beginnt die Gewalt und wem schenke ich Glauben? In diesem Jahr, das sich dem Ende zuneigt ist mir die Kostbarkeit des Friedens so bewusst geworden wie nie zuvor. In meiner Arbeit mit Menschen erlebe ich täglich den inneren Krieg, den wir gegen uns selber führen. Wie soll da in unserer Welt Frieden möglich sein? Mir wurde bewusst das wir keinen Frieden schaffen können, wenn wir den Krieg in uns nicht beenden. Das bedeutet all den Widrigkeiten, unterschiedlichen Stimmen und Träume einen Platz zu geben.
Manchmal gelingt mir das und ich kann all diese Gegensätze in mir halten. Dann wieder möchte ich nur die Decke über den Kopf ziehen und von all dem nichts wissen. Rückzug in meine kleine private Welt. Dann gibt es Tage an denen ich durch die Welt gehe mit offenen Augen und weitem Herz und all die unterschiedlichen Begegnungen einfach zu lasse. Und was in all den Jahren kontinuierlich gewachsen ist, mit jedem Verlust ein wenig mehr, ist dieser unendliche Raum der Liebe. Heute ist er wie ein wärmender, leichter Mantel, der sich um meine Schultern legt.  Er verbindet mich mit der Gewissheit, das alles in allem was gerade geschieht diese Kraft wirksam ist. In diesen Momenten weiche ich nicht aus. Ich schaue die Schönheit der sich lichtenden Bäume und lausche dem Leid der einsamen Menschen. Ich stelle mich meiner Verzweiflung und spüre gleichzeitig das Glück jetzt und hier am Leben zu sein. Und aus diesem Raum heraus lade ich dich zu folgendem Ritual ein:

Gestalte einen geborgenen Platz, so wie ein Nest, das du für ein junges Tier bauen würdest, warm, weich und schützend. Lege all das Verborgene in dir dort hinein: die ungelebten Träume, deine Verletzungen, das Schutzlose, den Schmerz, die Einsamkeit, das Nichtwissen, die Wunden deiner Ahnen, das noch nicht gelebte Leben, die Dunkelheiten, das Verleugnete und Verdrängte…….
Zünde eine Kerze an und setze dich eine Weile zu all dem, was da im Verborgenen lebt. Sei enfach da, ohne etwas zu tun. Schenke dem Verborgenen Geborgenheit. Solange bis es gut ist. Dann löse den Platz wieder auf.

Eine gesegnete Zeit
Claudia

 

Reingen und Klären

Der Herbst ist eine Jahreszeit, in der wir ernten was reif geworden ist und uns lösen von dem, was jetzt überflüssig ist. Als Vorbereitung auf den Winter beginnt das Energieverhältnis sich zu wandeln. Nach dem 21.9. der Tag und Nachtgleiche werden die Nächte deutlich länger und die Tage kürzer. Das äußere Licht schwindet und die Energie wendet sich nach nach innen. Das ist eine Einladung der Natur Inne zuhalten, los zulassen und dich neu auszurichten.So wie die Bäume ihre Blätter fallen lassen ist es die Zeitqualität von Reinigung und Klärung.

Vielen von uns sind mitten in einem großen Paradigmenwechsel. In meinem letzten Blogartiekl „Selbstliebe – ein Tanz zwischen den Paradigmen“ habe ich dazu geschrieben. Die Kraft von vergangenen Erlebnissen und Erfahrungen hält uns in etwas Altem gefangen. Alte Glaubenssätze, und Erwartungen an uns und andere halten uns davon ab, uns dem Raum der Liebe zu öffnen und hinzugeben. Unsere Sehnsucht ist groß und gleichzeitig gibt es so viele Ideen davon, wie sich es geschehen soll. Selbst gewählte Räume von Innehalten und Sein sind Einladungen, den Raum der Liebe, der immer schon da war und immer da sein wird, zu betreten, zu spüren und zu verankern.

Dieser Sommer war für mich solch ein selbst gewählter Raum. Nach einem intensiven halben Jahr, gefüllt mit Arbeit und Krisenbegleitung unterschiedlicher Menschen, nahm ich mir die Zeit für einen Raum der Zeitlosigkeit. Schwimmen im See und mit den Sonnenstrahlen durch den Tag tanzen. Ich entdeckte meine Freude an dem Hören von klassischer Musik wieder und machte ausführliche Besuche in der Musikbibliothek. Morgens beim Aufwachen und abends beim Einschlafen überprüfte ich dieses tragende Grundgefühl, das in den letzten Jahren zunehmend stärker geworden ist. Es ist ein eingehüllt und getragen sein in dem Raum der bedingungslosen Liebe. Was immer ich tue oder lasse, etwas trägt mich klar und sicher. Das Neue ist, das die Angst, die immer wieder eine Grundmotivation zum Handeln war, keine Kraft mehr hat. Ich bin frei zu entscheiden was ich tue und wie. Und etwas in mir ist entschieden, die Dinge nur noch mit Liebe zu tun und ansonsten zu lassen. Das fühlt sich an, wie das Leben neu zu lernen.

Das innere Bild was mich in dieser Zeit trug war folgendes: Ich sitze in einem kleinen Boot auf dem riesigen Ozean . Das Wasser ist klar und still. Kein Lüftchen regte sich. Die innere Botschaft ist: Es gibt nichts zu tun. Ich vertraue dieser inneren Klarheit und folge ihr. Jeden Morgen verbinde ich mich mit dem Ozean, dem Boot, dem Wind. Ich werde zu allem. Nach mehreren Wochen verändert sich das Bild. Eines Morgens zeigte der Ozean kleine Wellen und das Boot beginnt sich langsam in eine Richtung zu bewegen. Ich weiß nicht wohin und vertraue. Einige Tage, später halte ich Ruder in der Hand und beginne kraftvoll zu rudern. Die innere Stimme gibt mir eine Richtung vor und dieser folgte ich. Wieder einige Zeit später, sehe ich in der Ferne Land und erreiche dann eine Insel. Als ich dort ankomme,  fällt mir der Liedtext von Klaus Hoffmann ein: ” Da wird eine Insel sein”. Das Lied beschreibt relativ nah, wie ich mich fühlte.

eines Morgens wird es klar sein
mit den Fischen tauchst du auf
und das Licht ist da
und endlich siehst du Land
und dann spürst du auch schon Boden
und die Strömung nimmt dich auf
und die letzte Welle spült dich an den Strand

zitternd stehst du da und taumelst
deine Füße suchen Halt
und die Angst sagt dir
es kann auch Treibsand sein
doch ein paar Schritte noch
und dann kehrst du heim
da wird eine Insel sein

und dein eigner Atem trägt dich
und du nimmst dich an die Hand
trotz der Schwäche
trotz der Stimmen, trotz der Pein
und du stolperst einfach weiter
und dann fällst du in den Sand
bist geborgen. bist vorhanden, bist allein

und am Abend siehst du Zaubervögel
überm Regenwald
spürst noch mal die Angst
verloren zu sein
doch sie hält längst nicht mehr
und du lässt dich ein
da wird eine Insel sein

und am Morgen, wenn du aufwachst
wird ein großer Regen falln
der dich wäscht und dich erlöst
und dich befreit
von den Sprüchen und den Stichen
deinen Irrungen und Qualn
und du weißt jetzt, das ist deine Lebenszeit

und noch einmal drehst du dich zur Brandung
siehst zum Horizont
und dann gehst du los und wirst ein Andrer sein
du hast nicht mehr als dich
und du wirst dich freuen
da wird eine Insel sein
du hast nicht mehr als dich
und du wirst dich freuen
da wird eine Insel sein

Mir wurde klar, das es jetzt wieder etwas zu tun gibt. Seitdem gehe ich täglich Schritte auf einem neuen Pfad. Der Raum der Liebe in mir ist stark und trägt mich durch Momente von Unsicherheit und Angst. Etwas fundamentales hat sich verwandelt.

Ein wesentliche Erfahrung während dieser Zeit war ein kontinuierliches Reinigen und Klären meiner inneren Räume. Um in dem Raum der Liebe beheimatet zu sein und gleichzeitig präsent in dieser Welt zu leben, braucht es ein klares Energiefeld. Ständige Ablenkungen und Versuchungen einer materiellen und nach außen gerichteten Welt haken in dein Energiefeld ein und ziehen Kraft und Fokus. Die Konsequenz ist das Gefühl verloren zu gehen und den Kontakt zur eigenen Intuition zu verlieren. Es braucht es ein starkes Gegengewicht.

Am Samstag dem 18.10. lade ich dich dazu ein dein Energiefeld zu reinigen und kraftvolle Methoden zu erlernen, dies in deinem Alltag zu tun. Weitere Informationen findest du unter http://www.wegezumwesentlichen.de/lebensrad-bewusstseinsrume1.html

Eine Übung zu der ich dich einlade ist das bewusste Eintreten in deine Wohnung. 

Jedes Mal, wenn du deine Wohnung betrittst, erlaube dir ein kurzes Abstreifen deines Energiefeldes. Mit der Absicht dich von allem zu kläre und zu reinigen,  streiche mit deinen offene Handflächen im Abstand von ca. 10 cm deinem Körper ab, vom Kopf bis zu den Füßen. Je öfter du dies tust und je klarer du in deiner Absicht bist, umso deutlicher wirst du die Wirkung spüren. Um dich zu erinnern kannst du einen kleinen Punkt in deiner Lieblingsfarbe an die Türe kleben oder ein Erinnerungssymbol an den Bund eines Hausschlüssels tun.

Selbstliebe – ein Tanz mit unterschiedlichen Weltanschauungen

In den letzten Monaten hat mich die Frage: Wie geht denn eigentlich Selbstliebe? auf eine innere und äußere Forschungsreise geschickt. Wieso fällt es uns so schwer, uns selber bedingungslos anzunehmen und den ständigen Kampf in uns zu beenden? In meiner Arbeit mit Menschen erschüttert es mich wieder und wieder, wie stark die Ablehnung der eigenen Gaben und Geschenke und die Angst vor dem eigenen Schatten sind. Mir wurde bewusst, wie stark das Thema Selbstliebe, durch das kollektive Feld beeinflusst ist.

Wir leben inmitten einer Zeit, die Joanna Macy (neuestes Buch: „ Hoffnung durch Handeln“) als den großen Wandel bezeichnet. Das bedeutet, vieles was uns vertraut ist, liegt im Sterben während gleichzeitig etwas neues geboren wird. Wir alle erleben diesen Prozess individuell und kollektiv, sind Sterbebegleiter und Hebamme. Während du gerade deinen nächsten Atemzug tust, wird unaufhörlich der Pazifik mit radioaktivem Wasser aus Fukushima verseucht. Die Konsequenzen sind, wie bei so vielen anderen Dingen nicht absehbar.Wie können wir damit umgehen?Wie nicht verzweifeln angesichts all dieser Ungeheuerlichkeiten?Wie lässt sich das Wissen darüber aushalten und gleichzeitig ein Alltag mit vielen Forderungen bewältigen?

Täglich bewegen wir uns in einem Wirtschaftssystem, was Mangel und Konkurrenz zur Grundlage des Lebens ausgerufen hat. Täglich werden wir damit geimpft, durch die Werbung, die uns an jeder Ecke überflutet oder beim Anschauen der Nachrichten. Wir können dem nicht entgehen, es ist um uns und in uns. Und gleichzeitig machen sich so viele Menschen auf den Weg und versuchen ein bewusstes, friedliches Leben in Gemeinschaft mit der Schöpfung.

Um tiefer zu verstehen, wie stark die Grundlagen und Werte unseres derzeitigen Systems die Selbstliebe im Alltag beeinflussen, lade ich dich zu einer Bestandsaufnahme ein. Das alte Paradigma beruht auf Trennung, Angst, Beurteilung, Schuldzuweisung und Schuldgefühlen. Das Ergebnis ist ein ständiger Konflikt. Selbst das Göttliche ist ein beurteilender Vater, der uns straft, wenn wir nicht gut genug sind.

Hier einige Grundannahmen:

  • einziger Sinn und Zweck des Lebens ist das Überleben
  • die Dinge ereignen sich zufällig und zusammenhanglos
  • der Fokus liegt auf dem Außen, dem physischen Körper und der Befriedigung der Bedürfnisse
  • die objektive Welt da draußen ist unabhängig von uns
  • unser Bewusstsein besteht aus Milliarden von Nervenzellen. Unsere Körper sind elegante Maschinen, die aus Atomen, Molekülen und chemischen Verbindungen bestehen.
  • Alles ist unpersönlich, indifferent und bedeutungslos
  • das Leben ist hart, dann stirbt man.
  • Nur der Stärkere überlebt , deshalb kämpfe
  • der Mensch steht über der Natur
  • um zu überleben müssen wir Kontrolle ausüben und das tun wir, indem wir möglichst viel materieller Komfort und Sicherheit anhäufen
  • für das Unkontrollierbare schließen wir Versicherungen ab
  • tritt das Unerwartete ein sind wir am Boden zerstört

Diese Annahmen führen dazu, das sich immer mehr Menschen, unser Wirtschaftssystem und die Erde in einem Burnout befinden. Wir sind ausgebrannt, erschöpft und orientierungslos. Die Versuche es mit einer anderen Software, einem neuen Partner, einer anderen Arbeit zu kitten scheitern alle irgendwann.

Charles Eisenstein untersucht in seinem Buch: „ Die Renaissance der Menschheit“ die Wurzeln dieser Krise. Und wie so viele spirituelle Lehrer kommt er zu der Erkenntnis, das es um die Revolution unseres menschlichen Bewusstseins geht. Er handelt nach einem neuen Paradigma, das gleichzeitig uralt ist. (Viele seiner Bücher sind kostenlos im Internet erhältlich, da er der Meinung ist, Wissen müsse frei verfügbar sein.)

Die Grundlage der neuen Weltanschauung ist die metaphysische Realität.

  • Einheit ist das Fundament aller Existenz
  • Liebe ist die vereinigende Kraft im Universum
  • Ist die Verbundenheit die Grundlage unserer Wahrnehmung, ändert dies unsere Beziehung zur Natur grundlegend.
  • Alles was wir tun und geschieht, ist Ausdruck von Liebe oder ein Ruf nach Liebe.
  • Emotionen wie Wut, Schuldgefühle, Angst und Traurigkeit sind Liebe, die durch Überzeugungen ein andere Gesicht angenommen haben.
  • Alles funktioniert so wie es soll und erfüllt seinen Zweck im Interesse des Ganzen, selbst wenn es nicht den Anschein hat.
  • Die Dinge passieren nicht mit Dir, sondern für dich. Die Seele kreiert diese Situation als Chance um zu lernen und zu wachsen
  • Alles was geschieht hat einen Sinn und ist Teil eines göttlichen Plans, auch wenn wir den Zweck nicht verstehen. Gleichzeitig verändert sich dieser mit jeder Entscheidung, die wir treffen.
  • Wir sind spirituelle Wesen, die in einem menschlichen Körper eine menschliche Erfahrung machen.
  • Wir sind hier um den Anderen zu dienen
  • Wir haben einen freien Willen und sind Schöpfer unseres Lebens. Damit sind wir weder Opfer, noch Täter.
  • Wir sind göttlich und menschlich zugleich.
  • Unsere Körper sind keine Maschinen sonder eine Kombination von in Beziehung stehenden Energiefelder.
  • Physiker konnten nachweisen, dass das Bewusstsein die schöpferische Kraft im Universum ist und sich die Materie dahin manifestiert. Die Energie fließt dahin, wo die Absicht sich befindet.

Und was hat all dies jetzt mit Selbstliebe zu tun? Viele Menschen scheitern, dasie versuchen Selbstliebe in dem alten Paradigma zu leben. Das kann nicht funktionieren. Solange ich das tue, bleibe ich im Kampf, im Vergleich und in der Leistungsüberforderung stecken. Es ist  das alte Dilemma, vom neuen Wein in den alten Schläuchen.

Selbstliebe bedeutet, ein tiefes Anerkennen meines individuellen Lebensweges und die Bereitschaft alle Erfahrungen, die ich mache wirklich zu nehmen, das Schöne und das Schreckliche.

Selbstliebe bedeutet, mich mit den Augen der Liebe anzuschauen.

Und wie wird das möglich in einer Welt, die ständig beurteilt und bewertet und fordert? Wie wird es möglich, nachdem die meisten von uns gelernt haben, du wirst geliebt, wenn du so und so aussiehst oder dich so und so verhältst? Bedingungslose Liebe haben die wenigsten Menschen in ihrem Leben erfahren und so rennen wir immer wieder einem Bild hinterher und glauben, wenn ich mich nur so und so verändere, dann werde ich geliebt.

Selbstliebe beginnt immer in diesem Atemzug und mit dem was du jetzt gerade tust und wie du dich jetzt in diesem Moment fühlst.

Kannst du einen Atemzug lang ein JA zu dir sprechen?

In diesem Augenblick der Gegenwärtigkeit schaue ich mich an, mit all meinen Narben und Schönheiten, mit alldem Gewonnenen und Zeronnenen, mit meinen Träumen und meinen Verlusten und sage:  JA, so bin ich.

Selbstliebe bedeutet auch zu erkennen, das ich in beiden Paradigmen zu hause bin, solange ich auf dieser Erde lebe. Es bedeutet die Freiheit zu entscheiden, wann ich wo ich in welches Paradigma investiere. All die wunderbaren Meditationen, Achtsamkeits- und Bewusstseinwege, dienen dazu deine Schwingung zu verändern und die neue Weltanschauung täglich zu üben.

Wenn wir das tun werden wir unabdingbar mit der Frage nach unserer Existenz konfrontiert. Wenn ich mich auf eine Weltanschauung einlasse, die besagt, alles geschehe aus Liebe, kann ich dann noch meine Miete bezahlen, wie werden sich meine Beziehungen verändern, bin ich dann noch arbeitsfähig?

Und auch auf diese Frage gibt es keine Antwort, die richtig oder falsch ist, sondern nur Erfahrungen und die Geschichten von Menschen, die damit unterschiedlich umgehen.

Das Feld der Liebe ist unaufdringlich präsent. In ihm geschieht alles was ist. In diesem großen Raum exisiteren die Angst, die Verzweiflung, das Glück, die Freude nebeneinander.

Die Erfahrung zeigt, je mehr du dich der Liebe anvertraust, umso mehr wirst du zu ihr. Und darum geht es im Kern, wenn wir von Selbstliebe sprechen.Da wo ich jetzt gerade bin, bin ich genau richtig bin. In jedem Augenblick meines Lebens gebe ich mein Bestes.

Und auf diesem Weg sind wir alle unterwegs. Manche Menschen gehen ihn radikal, anderer schließen Kompromiss um Kompromiss. Der Tanz mit beiden Paradigmen ist eine Herausforderung, die uns täglich fordert. Ich kann dich nur einladen, dich auch damit selber zu lieben.

 

Danke

Zu meinem 50 Geburtstag bekam ich diesen Blog geschenkt. Er ist ein Gemeinschaftsgeschenk von unterschiedlichen Menschen, für deren wohlwollende Unterstützung ich mich bedanke. Da ist Rainer, ein Weggefährte der letzten Jahre mit dem ich mich immer wieder auf Forschungsreisen in die Unendlichkeit des Bewusstseins begebe. Danke für deine Begleitung und dein tatkräftiges Erschaffen dieses Blogs. Danke dir Jenni für dein kreatives Umsetzen und Gestalten meiner oft chaotischen Ideen (http://jennipetz.de/). Arthur, Freund und Gefährte im Resonanzfeld Natur und den Ebbe und Flutzeiten im menschlichen Sein. Dir danke ich für das Zusammenrufen des Medinzinkreis und deine Begleitung in hellen und dunklen Stunden.(www.innernature.de)

Dank an den Medizinkreis, an Robert, Christine, Maria und Patrick. Jeder von euch ist ein Geschenk und hat mein Herz bereichert. Dank an Andrea, die mein Inneres in ihren Fotos einfängt und mit der ich jedes Jahr rituell die Badesaison am Ammersee eröffne und beschließe. (www.farbundstilreich.de) Danke an Carmen, Melanie und Kirsten, die sich mit mir vertrauensvoll. auf schamanische Wegen und die Abenteuer der Weiblichkeit, eingelassen haben. Dank an Adrienne, die  auf ihrer Suche nach Wahrhaftigkeit vor den Schatten nicht zurück schreckt. Danke an Angela, die mir über viele Jahre eine ermutigende und unterstützende Lauschende war. Danke an all die nicht sichtbaren Kräfte und Wesen, die an meiner Seite sind, wenn ich den Mut verliere und mich erschöpft und einsam fühle.

Abends in der Wüste ist das Danken unser tägliches Ritual. Wir sprechen und singen unseren Dank in den Sonnenuntergang hinein. Eine wunderbar tragende Erfahrung. Zu Beginn danken wir für das, was wir genießen und uns gefällt. Je tiefer wir in der Stille der Wüste und in uns ankommen, umso mehr danken wir auch für all die Schwierigkeiten in unserem Leben, für das Ungelöste, für die Angst, für das Versagen für den Verlust. Für mich ist es eine der einfachsten spirituellen Praktiken, die Teil meines Alltags geworden sind.

Und so beginne ich mein öffentliches  Schreiben dieses Blogs mit einem großen DANKE. Danke an dich Leser und Leserin, die du dich durch meine Worte und das, was zwischen den Zeilen liegt,  inspirieren, ermutigen und bewegen lässt.

Ich lade dich ein, das Danken in deinen Alltag zu integrieren. Abends wenn du im Bett liegst, sprich deinen Dank für drei Erfahrungen, die du an diesem Tag gemacht hast.

Für was bist du heute dankbar?  Es können auch Qualitäten sein, die du dir heute besonders aufgefallen sind, so wie die Schönheit des Windes oder das Lächeln eines vorbei gehenden Kindes. Im Laufe der Zeit wird das Danken selbstverständlich, so wie das tägliche Zähneputzen. Erlaube dir das, wofür du dankst, zu spüren und in deinem Körper wahr zu nehmen. Je mehr du dich darin übst umso mehr wächst deine Gegenwärtigkeit.

Herzlichen Glückwunsch

…. zu Deinem neuen Blog. liebe Claudia.

Ich freue mich auf interessante Beiträge, Inspirationen und Austausch zu Deinem Thema Wege zum Wesentlichen.

Und ich freue mich auf die Wege, die wir weiterhin gemeinsam gehen werden.

Aus dem Einen Herzen
Rainer

Einen Toast auf und vom Untersberg